Plastikfrei duschen: Shampoo, Duschgel & Co.

Ein Blick in das Bad eines durchschnittlichen Mitteleuropäers – vor allem weiblicher Spezies – offenbart eine stattliche Menge an Kosmetikprodukten in Plastikflaschen. Hand aufs Herz: Nicht alles ist wirklich unbedingt nötig, durch Verzicht könnte man hier schon eine Menge Müll vermeiden. Aber selbst wenn man sich auf wenige Produkte beschränkt, stellt sich die Frage, warum man immer neue Plastikflaschen mit Shampoo oder Duschgel kaufen muss.

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Statt Flüssigseife einfach ein Stück Seife zu nehmen, ist relativ einfach und klar. Schließlich bietet auch jede Drogerie gute Seifen am Stück an. Das war auch mein erster Schritt und dank meines Seifenigels schaut das im Bad auch sehr nett aus. Mittlerweile haben sich auf unterschiedlichen Wegen noch weitere natürliche Seifenunterlagen bei mir eingefunden. Und auch die Auswahl unterschiedlichster Seifen macht Spaß!

 

Mein neuer Seifenigel

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Der nächste logische Schritt war für mich, auch das Duschgel durch feste Seife zu ersetzen. Ich habe erst einmal eine von Lush probiert, die aber eher ein trockenes Gefühl auf meiner Haut hinterließ. Das ist allerdings nicht verwunderlich, denn jede normale Seife neigt dazu, der Haut Feuchtigkeit zu entziehen. Daher ist es eigentlich auch nicht notwendig, sich häufig einzuseifen – außer man muss tatsächlich Dreck abwaschen.

Aber stellen wir uns den Tatsachen: Viele von uns legen großen Wert auf dieses Sauberkeitsgefühl. Die verwöhnte Haut eines Mitteleuropäers freut sich deshalb über etwas Öl, Aloe Vera oder ähnliches in der Seife. Ich teste gerade Seife mit Aloe Vera von Vitality Company, die eine Frau aus meinem Fitness Studio vertreibt. Die finde ich sehr angenehm und schätze auch den guten, eher dezenten Geruch. Manches Duschgel hat mich mit seinem starken Geruch abgeschreckt.

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Wie notwendig sind Shampoo und Seife?
Grundsätzlich stelle ich mir die Frage, ob nicht einfaches Wasser zum Waschen genügt, wenn man nicht gerade vor Dreck strotzt. Das gilt für den Körper, aber auch fürs Haar. Beim plastikfreien Stammtisch habe ich von Leuten gehört, die gar kein Shampoo mehr benutzen. Ein wenig Zitronensaft oder Öl und Wasser bei der Umstellung einmassieren und nach 6-8 Wochen hätte sich die Kopfhaut wieder auf ihre natürliche Talgproduktion eingestellt. In den USA gibt es sogar die sogenannte No-Poo-Bewegung, die ganz auf Shampoo verzichtet. Lesenswert ist unter diesem Aspekt auch der Bericht von Jenny, die mit dem Fahrrad rund um den Globus fuhr und über ihr kosmetikfreies Leben im Blog Happy Gaia schreibt. So richtig kann ich mir das Leben ohne Shampoo nicht vorstellen – aber vielleicht wage ich ja mal im Sommer einen Versuch …

Alternative Haarseife oder festes Shampoo
Als Shampoo-Alternative gibt es Haarseife. Das ist ganz normale Seife mit sehr geringer Überfettung. Andi, der Friseur meines Vertrauens, sagte dazu, dass Seife ja aus Asche hergestellt wird und daher sehr basisch sei. Das führe dazu, dass die Schüppchen auf den Haaren sich aufstellen: Es entstehe ein unschöner, struppiger Effekt. Daher ist er auch der Meinung, dass flüssiges Shampoo gegenüber Haarseife am Stück klar im Vorteil ist. Doch leider hat auch er keinen Hersteller gefunden, der Shampoo zum Nachfüllen anbietet.

Also habe ich es zunächst einmal mit der Shampoo-Bar von Lush probiert. Das Haar fühlte sich nach dem Waschen sehr fluffig an, wurde aber leider auch sehr strohig. Da soll eine essigsaure Spülung helfen: Werde ich wohl demnächst mal probieren müssen. Mein Mann fand seine blaue Haarseife dagegen absolut wunderbar und wäscht sich gerne damit. Testweise habe ich das aus Frankreich stammende Lamazuna bestellt, außerdem eine Haarseife aus der Manufaktur Uckermarck, die eine sehr große Vielfalt bietet. Ich habe gleich etwas mehr bestellt. Wer testen möchte, kann gerne bei uns im Büro vorbeischauen. Dort haben wir auch die schöne Geschenkseife von der Seifenmanufaktur in München. Oder schickt mir einfach eine Mail, wenn ihr etwas brauchen könnt.

Fazit: Seife zum Händewaschen und Duschen ist gesetzt! Da meine Kinder keine großen Freunde von Shampoo sind, werde ich wohl das Experiment „Shampoofrei“ zunächst bei ihnen starten. Mein Ältester ist inzwischen ja auch ein großer Freund des zahnpastafreien Zähneputzens! Ein mustergültiges Beispiel für ein plastikfreies Kind … nur zu einem Ledermäppchen habe ich ihn bisher nicht überreden können.

Abgeschlossen ist das Thema Haarewaschen und -pflegen für mich jedoch noch nicht. Da ich sehr feines und lockiges Haar habe, braucht es spezielle Pflege, damit die Locken auch richtig rauskommen. Sonst habe ich eher eine krause Mähne. Da werde ich wohl noch etwas recherchieren müssen. Bin für jeden Tipp dankbar!

Mit diesem Beitrag nehme ich bei der Blogparade Praktisch. Plastikfrei. Leben zum Thema Körperpflege und {EiNab} im Januar teil.

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20 Gedanken zu „Plastikfrei duschen: Shampoo, Duschgel & Co.

  1. Probier mal „Dudu-Osun“-Seife. Zwei Freundinnen schwören drauf und nehmen sie auch für die Haare. Mir ist der Duft zu intensiv, aber sie hinterlässt ein sehr angenehmes Hautgefühl.
    Aber nicht erschrecken: sie ist schwarz, der Schaum dunkel aber sie färbt nicht.
    LG Miriam

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      • Hallo Sylvia!

        Ich habe vor langer Zeit ein einzelne Kaffeetasse geschenkt bekommen, die ist nun ins Badezimmer gewandert. Hier rühre ich das Roggenmehl mit etwas Wasser an.

        Vor dem Duschen mache ich die Haare feucht und massiere den Brei ein und lasse ihn während des Duschens einwirken.

        Dann auswaschen und noch einmal die 2. Hälfte vom Brei einmassieren und gut ausspülen. Fertig. Die Haare sind super!

        Wegen dem Abfluss habe ich keine Ahnung, ich spüle ja keine Klumpen hinunter sondern es ist ja alles ganz dünnflüssig durch das Ausspülen, ich gehe davon aus, dass das nichts macht.

        lg
        Maria

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  2. Hallo! Ich verwende die Haarseifen von Savion. Da ich IMMERNOCH dabei bin, meine Vorräte an Pflegespühlung aufzubrauchen, habe ich bisher noch keine saure Rinse gemacht, habe aber gehört, dass die genau diesem Seifeneffekt entgegenwirkt: Sie glättet die Haarstruktur und lässt die Haare glänzen. Mal sehen, welche Erfahrungen ich damit mache.

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    • Ohja, das mit dem Aufbrauchen von Vorräten kenne ich… Das dauert. Ich habe immer noch ein Duschgel, das ich vor Jahren zum Geburtstag bekommen habe. Aber der Duft von Granatapfel ist mir echt zu heftig! Aber das schaffe ich auch noch!

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  3. Guten Morgen! Ich habe Anfang Dezember den Versuch mit der Haarseife gestartet (Schafmilchhaarseife von Florex). Ich habe kurzes Haar und jeden 2. Tag ist eine Haarwäsche fällig. Zu Weihnachten wollte ich das Projekt beinahe aufgeben…die Haare fühlten sich immer irgendwie fettig und strohig an, allerdings kam ich völlig ohne andere „Stylingprodukte“ wie Schaum oder Haarspray aus, was ja auch ein großes Plus ist. Ich habe mir dann vorgenommen, bis Ende Jänner durchzuhalten, vielleicht bräuchten meine Haare einfach länger Zeit um sich umzugewöhen. An Neujahr habe ich dann begonnen, jede 3. oder 4. Haarwäsche mit Apfelessig-Wasser-Gemisch zu spülen. Das fettige Gefühl ist seither weg, die Haare sind wieder fluffiger…würde ich die Rinse jedes Mal verwenden, dann wäre die „Griffigkeit“ geringer…d.h. ich müsste wieder zu Spray & Co greifen, was ich ja auf gar keinen Fall will. Für mich wird die Haarseife mein Shampooersatz bleiben – nach anfänglichen Schwierigkeiten bin ich jetzt voll überzeugt :-).
    LG,
    Astrid

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  4. Der Apfelessig-Wasser-Gemisch Tipp wird getestet! Danke. Meine Haare fetten in letzter Zeit viel schneller und ich finde nicht heraus warum.

    Bekommt man feste Shampoos nur bei Lush? Der nächste Lush Laden ist 45km von mir entfernt. Nicht sehr umweltfreundlich extra dafür zu fahren 😉

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  5. Wir verwenden seit gut drei Monaten ein seifenfreies Waschstück (erst von sebamed inzwischen von Balea) zum Duschen und Haarewaschen und kommen sehr gut damit klar. Ich brauche dabei keine extra Rinse. Auch meine Tochter mit sehr langen Haaren ist davon begeistert.Die sind auch super praktisch beim Reisen, ein kleines Stück Seife für alles, sogar für die Handwäsche von Kleidung.

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  6. Es ist so, wie Astrid schreibt, das Haar braucht für die Umstellung auf das Waschen mit Seife bis zu sechs Wochen. Erst dann kann man wirklich beurteilen, ob es bei einem funktioniert. In dieser Zeit stellen sich Haare und Kopfhaut um und „entsorgen“ auch erstmal die ganzen künstlichen Substanzen, die die ganze Zeit aus dem Shampoos kamen. In dieser Umstellungszeit ist eine Spülung mit Apfelessig-Wasser gut.

    Ob man eine spezielle Seife für die Haare braucht oder ob es eine spezielle Haarseife braucht, ist selbst unter den Seifenrührern umstritten. Es kommt vor allem auf den Haartyp an und der ist ganz individuell. Ich verwende meine Seifen alle für die Haare und es geht gut, obwohl es keine speziellen Haarseifen sind. Ich würde es einfach mal ausprobieren, und wenn es nicht funktioniert mit einer Seife kann man die immer noch so zum Waschen nehmen.

    Achtet bitte drauf, ob Palmöl in den Seifen ist, die Ihr kauft. Dafür wird großflächig der Regenwald abgeholzt, auch für Bio-Plantagen. Verwendet wird es nur, weil es billig ist, nicht weil es unbedingt nötig wäre. Es gibt Alternativen.

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