Leckerer Spargel – ganz ohne Folie

Wir sind mittendrin in der Spargelsaison: Von Mitte April bis Johanni (dem 24. Juni) wird das leckere Gemüse dort gestochen, wo es besonders lockeren, sandigen Boden gibt, der nicht zu feucht ist. Deutschlandweit gibt es mehrere Regionen mit diesen Bedingungen:  die Niederlausitz, das Münsterland, das Knoblauchsland bei Nürnberg oder in unserer Region das Gebiet rund um Schrobenhausen. Wie in allen Spargel-Anbaugebieten fährt man auch hier an vielen mit Plastikfolien bedeckten Feldern vorbei. Das ist kein schöner Anblick, doch garantiert diese Anbaumethoden eine frühe und sichere Ernte. Die meisten Spargelbauern machen mit – nur nicht die Familie Rehm … und sie hat gute Gründe.

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Spargelfeld ohne Folie

Seit etwa 20 Jahren wird Spargel in Deutschland unter Folien angebaut. Unter den schwarzen Folien ist es warm und trocken. So kann der Spargel kann gut gedeihen. Bei guter Witterung kann man bereits im März die ersten Stangen  genießen – immer früher … So will es angeblich der Verbraucher. Ich frage mich, ob „der Verbraucher“ schon mal gefragt wurde? Mich hat jedenfalls noch keiner gefragt und so warte ich lieber ab, bis das Wetter den Verzehr der köstlichen grünen oder weißen Stangen zulässt.

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So wächst der grüne Spargel aus dem Boden.

Geschmack entscheidend für den natürlichen Spargel
Seit ich weiß, dass gerade bei Wärme, Schadstoffe aus Plastikfolien entweichen können, stehe ich dem Folien-Spargel skeptisch gegenüber. Glücklicherweise gibt es noch ein paar wenige Spargelbauern, die ohne Folie anbauen. So etwa die Familie Rehm. Als der Folienabau aufkam, hat es Josef Rehm ausprobiert. Doch er war mit dem Ergebnis geschmacklich nicht zufrieden und hat kurzerhand einen Geschmackstest gemacht. Die Familie lud Freunde ein und machten eine Blindvorkostung. Einhelliges Ergebnis: Der „Freiland-Spargel“ schmeckte allen einfach besser. Und so haben sie sich entschieden, die Folie wieder zurückzugeben und weiterhin plastikfrei anzubauen. Ich finde auch, dass dieser Spargel einfach intensiver schmeckt.

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Weißer Spargel wird unterirdisch gestochen.

Ohne Folie anzubauen ist nicht immer leicht. Während der Folien-Spargel von den Nachbarfeldern im März schon fleißig verkauft wird, muss Josef Rehm auf seinem noch warten. Ohne die wärmende Wirkung der Folie fängt die Saison bei ihm später an. Seine Kunden warten geduldig, bis das Wetter im April warm genug ist. Dafür bekommen sie exquisiten Spargel, für den die Leute sogar von München anreisen. Ohne Folie wächst er langsamer und hat so Zeit, mehr Aroma anzusammeln. Dafür kann der Spargelbauer auch bis Mitte Juni die köstlichen Stangen verkaufen.

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Spargelbauer Josef Rehm erklärt seine Anbauphilosophie.

Der Landwirt im Nebenerwerb nimmt seinen Urlaub, um in der Spargelsaison seine Kunden mit dem natürlich angebauten Spargel zu versorgen. Im Hofverkauf, in Restaurants und Hotels am Chiemsee, Tegernsee und Ingolstadt, in München oder am Wochenmarkt in Landsberg, Rain am Lech oder Schrobenhausen freuen sich die Kunden auf den Rehmschen Spargel. Allerdings gibt es ihn nur, wenn das Wetter mitspielt. Wenn es zu kalt ist oder es zu viel regnet, fällt die Ernte aus. Dann bleiben die vier rumänischen Erntehelfer in ihren Zimmern auf dem Hof und tanken Kraft für die nächsten Tage.

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Die Erntehelferin beim Spargelwaschen.

Natürlicher Anbau durch und durch
Rehm legt Wert auf alte deutsche Pflanzen und setzt auf Gründünger. Pestizide gibt es nicht, stattdessen werden die Spargeldämme mit besonderen Kräutern durchpflügt, damit der Boden gut und nährstoffreich ist. Das bisschen Unkraut, das noch wächst, lässt sich problemlos von Hand entfernen.

Für ihre Überzeugung nimmt die Familie Rehm einiges in Kauf: 40 Prozent weniger Ertrag, spätere Ernte und eben Ernteausfall bei schlechtem Wetter. Dafür bekommt man leckereren Spargel zu einem fairen Preis: Je nach Klasse kostet der Spargel zwischen 11 und 13 Euro. Zusätzlich gibt es besondere roteschalige Kartoffel, die nicht nur lecker zum Spargel schmecken.

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Die dünnen Spargelstangen schmecken besonders lecker.

Ein Ausflug nach Schrobenhausen lohnt sich also immer:
Familie Rehm
Bachwiesenweg 1
86529 Linden
Tel.: 08252-7749
www.spargel-rehm.de 

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Dieser Artikel wandert wieder in die Blogparade EiNaB.

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