Plastikfasten – so leicht geht das!

Mit so viel Andrang hatten die Organisatoren vom Forum Plastikfreies Augsburg nicht gerechnet. Statt der erwarteten 60 Teilnehmer drängten am Dienstagabend mehr als 180 Zuhörer in den Ausstellungsraum im Annahof. Sie folgten den kurzweiligen Ausführungen zum Thema „Plastikfasten ist gar nicht so schwer“ von Anneliese Bunk, Autorin des Bestsellers „Besser leben ohne Plastik.“

Plastikfasten_Bunk_Pia Winterholler2

Angesichts der Plastikmüllmengen, die wir in Deutschland jährlich produzieren wünschen sich viele Menschen Tipps, wie sie Plastik aus ihrem Alltag verbannen können. 37 Kilo Plastikmüll produziert jeder Deutsche jährlich im Schnitt. Wie wir mit vielen kleinen Schritten Plastikmüll reduzieren können, brachte die Plastikverweigerin Bunk den Zuhörern anschaulich näher:

Beim Einkaufen:
Einkaufstasche immer mitnehmen, wiederverwendbare (Stoff)-Taschen für Obst und Gemüse benutzen, Edelstahlboxen für Wurst und Käse verwenden. Wenn wir alle auf die Plastikverpackung von Cocktailtomaten verzichten würden, könnten wir 20.000 Tonnen Plastikmüll im Jahr sparen.

Im Bad:
Statt Duschgel und Shampoo einfach Seife benutzen. Das ist nicht nur günstiger, sondern schont die Umwelt. In vielen Duschgels ist Mikroplastik enthalten, das nicht aus dem Wasser gefiltert werden kann. Würden wir in Deutschland alle auf Duschgel und Shampoo in Flaschen verzichten und stattdessen Seife und festes Shampoo benutzen, könnten wir 40.000 Tonnen Plastik im Jahr einsparen.

Beim Waschen und Putzen:
Mit Natron, Waschsoda und Zitronensäure bekommt man Wäsche und den Haushalt sauber. Das ist umweltfreundlich und spart eine Menge Geld. Einen Badreiniger kann man ruckzuck selber machen. Eine alte Sprühflasche ¾ mit heißem Wasser füllen. Mit Hilfe eines Trichters 1 EL Zitronensäure, 2 EL Spülmittel, 2 EL Apfelessig zugeben, schütteln – fertig. Mit diesem Badreiniger lassen sich die Seifenschlieren problemlos beseitigen.

Unterwegs:
Trinkflasche mit Leitungswasser mitnehmen und unterwegs auffüllen lassen (zum Beispiel bei Refill Stationen), eigenen Behälter für den Kaffee unterwegs mitnehmen.


Plastikfasten spart Zeit und Geld

Plastikfasten ist nicht nur gut für die Umwelt, es spart auch Zeit und Geld. Die Familie Bunk kauft viele Basics für den Haushalt, wie Seife oder Toilettenpapier, für ein ganzes Jahr. So gehen diese Artikel nie aus und sie sparen eine Menge Zeit für den Einkauf. In dieser neugewonnenen Zeit macht Anneliese Bunk Wasch- und Reinigungsmittel selber und kocht frisch aus saisonalen Lebensmitteln. Mit dem eingesparten Geld kann sie sich mit ihrer vierköpfigen Familie dann auch Biolebensmittel leisten.

Mit vielen kleinen Schritten erreicht man viel

Anneliese Bunk rät dazu, mit kleinen Schritten anzufangen und sein Umfeld mitzunehmen: „Verschenken Sie zu Ostern einfach Seife und benutzen Sie den Badreiniger, damit ist schon viel erreicht!“ Da die Kunststoffindustrie und die Recyclingbranche eine ganze Menge Geld an den Verpackungen und dem Abfall verdient, wird auch von Seiten der Politik nicht viel in Sachen Plastik passieren. Dennoch haben wir es selbst in der Hand, unseren Plastikmüll zu reduzieren. Und so gibt Bunk ihren Zuhörern mit auf den Weg: „Wir treffen 14.000 Kaufentscheidungen im Jahr. Diese Marktmacht sollten wir nutzen und plastikfreie Produkte nachfragen.“

 

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3 Gedanken zu „Plastikfasten – so leicht geht das!

  1. Ich fand den Vortrag richtig interessant, auch wenn ich schon vieles wusste. Aber durch die Fragen aus dem Publikum hat sich eine wunderbare Dynamik ergeben und man konnte noch eine Tricks und Tipps mit nach Hause nehmen. Hoffentlich gibt es in Zukunft noch mehr solche Veranstaltungen in Augsburg 🙂

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